Der Digital-Steuern Blog

Corona-Krise: Finanzielle Hilfen vom Staat und mehr

Apr 17, 2020

Unterstützung bei Corona-Soforthilfen

Ich unterstütze Sie bei Finanzierungshilfen, der Liquiditätssicherung, Hilfskrediten und allen steuerlichen Fragen und Anträgen.

 

In diesem Blog-Artikel gebe ich Ihnen einen Überblick sowie Tipps zu den unterschiedlichen Arten von Finanzhilfen für Sie und Ihr Unternehmen. Sollten Sie darüber hinaus Fragen haben oder Hilfe bei der Umsetzung brauchen: Ich berate Sie gerne kostenlos in einem unverbindlichen Erstgespräch!

 

Zusammenfassung der staatlichen Soforthilfen

Eine kurze Zusammenfassung zu den finanziellen Soforthilfen vom Staat: 

 

  •  Zuschüsse

      • AUSSCHLIEßLICH online über das offizielle Formular Ihres Bundeslandes
      • Dienen der Sicherstellung der Liquidität Ihres Unternehmens
      • Sind kostenfrei und müssen nicht zurückgezahlt werden
  • Kredite

      • Staatliche Förderung möglich
      • Abschluss über die Hausbank
      • Großteil muss nach der Corona-Krise zurückgezahlt werden
  • Bürgschaften

      • Förderbanken übernehmen einen Großteil des finanziellen Risikos
      • Die Bürgschaftsobergrenze wurde verdoppelt (2,5 Millionen Euro)
      • Dies erleichtert KMUs und Freiberuflern die Kreditbewilligung
  • Kurzarbeit

      • Leistung der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Arbeitslosenversicherung
      • Vermeidung von Kündigung Ihrer Arbeitnehmer trotz Umsatzeinbußen
      • Ihre Arbeitnehmer erhalten 60 bzw. 67 Prozent ihres ausgefallenen Nettolohnes
  •  Steuern

      • Vorauszahlungen von Steuern aufgrund Ihres absehbar reduzierten Umsatzes senken
      • Bereits fällige Steuern stunden (aktuell zinsfrei)
      • Zum Thema folgt in den kommenden Tagen ein gesonderter Blog-Artikel
  • Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz

      • Grundlage ist Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz
      • Bei Quarantäne-Maßnahmen stehen Ihnen Entschädigungen für Ihre Verdienstausfälle zu
      • Selbstständige können so unter Umständen indirekten Zugang zu Krankengeld erhalten

 

Zusätzlich erläutere ich Ihnen die verschiedenen Programme der Bankinstitute:

  • KfW

      • Sonderprogramm 2020 aufgrund der Corona-Krise mit unbegrenzten Mitteln
      • Dient der Finanzierung von Betriebsmitteln als auch Investitionen
      • Anträge stellen Sie bei Ihrer Hausbank

 

  • Landeseigene Förderbanken

 

  • Bürgschaftsbanken

        • Siehe Punkt Bürgschaft oben

Des Weiteren informiere ich Sie über die Möglichkeiten und Formalitäten zum Thema Kurzarbeitergeld für Ihr Unternehmen.

 

 

Finanzielle Hilfen während der Corona-Krise

 

Seit etwa einem Monat hat die Atemwegskrankheit Corona (Covid-19) die Wirtschaft in Deutschland zu großen Teilen lahmgelegt. Dies bedeutet finanzielle Belastung für so gut wie Jedermann – egal ob Selbstständiger, Unternehmer, oder Angestellter. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese finanzielle Belastung zu vermindern. Diese werde ich Ihnen im Folgenden erläutern.

 

Finanzielle Soforthilfen vom Staat

 

 

Zuschüsse

 

Wenn Sie Umsatzeinbußen aufgrund der Corona-Pandemie zu verbuchen haben, sollten Sie zunächst Zuschüsse vom Staat beantragen. Zuschüsse haben den Vorteil, dass Sie nicht zurückgezahlt werden müssen – sie belasten Ihr Unternehmen also weder während noch nach der Corona-Krise.

Hier finde Sie die Pressemitteilung des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Diese Soforthilfen gibt es bundesweit, sie sind jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich in ihrem Umfang. Die Soforthilfen dienen der Sicherstellung der Liquidität Ihres Unternehmens. Die Anträge für die Soforthilfen vom Staat können Sie online auf der Webseite Ihres jeweiligen Bundeslandes stellen. In NRW erfolgt die Antragstellung für die Soforthilfen vom Staat hier: https://soforthilfe-corona.nrw.de
Doch Vorsicht! Verbrecher nutzen die Wirren um die Corona-Krise und die Soforthilfen schamlos aus – bitte stellen Sie Ihren Antrag also AUSSCHLIEßLICH über das Formular der offiziellen Website Ihres jeweiligen Bundeslandes. Fallen Sie nicht auf Fake-Seiten herein! Weitere Informationen finden Sie hier.

Aus diesem Grund hat unter anderem das Bundesland NRW vorerst sowohl die Antragstellung als auch die Zahlung der Soforthilfen eingefroren. Ab Ende dieser Woche sollen Antragstellung und Zahlung jedoch wieder ihren gewohnten Gang gehen – und Sie können Ihren Soforthilfe-Antrag stellen. In der Zwischenzeit hat das LKA mehrere Fake-Seiten aus dem Verkehr gezogen.

Die Soforthilfen werden in der Regel nur pauschal geprüft und nach Genehmigung stehen die Gelder für Sie und Ihr Unternehmen bereit. Für den Antrag selbst werden in der Regel die Steuererklärung für das Jahr 2019 bzw. der Jahresabschluss 2018/2019 oder alternativ der vorläufige Jahresabschluss 2018/2019 von Ihnen benötigt sowie zusätzlich eine aktuelle Monatsauswertung. Sollten Sie – wie die meisten – noch keine Steuererklärung für das Jahr 2019 vorliegen haben, so dauert die Bearbeitung Ihrer Steuererklärung ab Einreichung Ihrer Unterlagen mindestens 4 Wochen. Aufgrund der voraussichtlich hohen Anzahl an eingehenden Steuererklärungen kann es allerdings bis zu 5 Monate dauern, bis Ihre Steuererklärung bearbeitet wurde. Sie können den Antrag jedoch zunächst mit Ihrem vorläufigen Jahresabschluss beantragen.

Sind Sie Selbstständig, dann gestaltet sich der Soforthilfe-Antrag bzw. die Bewilligung der Soforthilfe leider weniger unproblematisch: Die Soforthilfen dienen vor allem der Sicherstellung Ihrer Liquidität – als Selbstständiger müssen Sie jedoch zunächst Ihr Privatvermögen zur Sicherstellung Ihrer Liquidität aufwenden. Anders als z.B. in ein Unternehmen ist für Sie als Selbstständiger kein “Lohn” vorgesehen, weshalb dieser vom Staat auch nicht übernommen wird. Demnach ist es für den Antrag als Selbstständiger leider unerheblich, dass Sie z.B. die Kosten der Miete für Ihre Privatwohnung aufbringen müssen. Lediglich laufende betriebliche Kosten werden vom Staat bezuschusst – für die Miete Ihrer Büroräume kommt ein Zuschuss in Form dieser Soforthilfen also in Frage. Vorausgesetzt Sie können die Kosten nicht anderweitig (z.B. mit Ihrem Privatvermögen) decken. Für Selbstständige ist die Situation also eher kompliziert – eine Antragstellung lohnt sich in der Regel jedoch trotzdem, da diese nicht mit Kosten verbunden ist.

In NRW gab es außerdem finanzielle Unterstützung für Künstlerinnen und Künstler. Leider ist das Kontingent des Sofortprogramms zur Unterstützung freischaffender Künstlerinnen und Künstler aufgrund der “starken Überbuchung des Programms” bereits ausgeschöpft.

Doch es gibt noch weitere, zusätzliche Möglichkeiten, mit denen Sie sich (vorerst) finanziell entlasten können.

 

Kredite

 

Etwas weniger vorteilhaft als die Soforthilfen vom Staat sind staatlich geförderte Kredite. Durch staatlich geförderte Kredite kriegen Sie ebenfalls schnell Geld, um die Liquidität Ihres Unternehmens zu sichern, jedoch müssen Sie einen Großteil davon später wieder zurückzahlen. Diese finanzielle Belastung müssen Sie bei Ihren Plänen für die Zeit nach der Corona-Krise beachten. Trotzdem kann es sich für Sie lohnen, auch die Kreditprogramme zu prüfen. Grundsätzlich gilt: Kredite müssen über die Hausbank abgeschlossen werden. Für den Antrag benötigen Sie einen Rentabilitätsplan sowie eine Liquiditätsaufstellung. In der Regel erhalten Sie Ihr Geld bei einem Kredit recht schnell – einige Banken bieten Eilverfahren an und genehmigen schon innerhalb von 72 Stunden.

 

Bürgschaften

 

Eine weitere Form staatlicher Finanzhilfen sind Ausfallbürgschaften. Aufgrund der Corona-Krise haben die Bürgschaftsbanken ihre Unterstützung für Unternehmen erweitert: Entscheidungen sollen besonders schnell getroffen werden, die Bürgschaftsobergrenze wird verdoppelt und steigt von 1,25 Millionen Euro auf 2,5 Millionen Euro.

Im Rahmen dieser Bürgschaften übernehmen Förderbanken einen Großteil des finanziellen Risikos, wenn eine andere Bank einen Kredit vergibt. Diese Option soll es gerade kleinen Unternehmen (KMU) und Freiberuflern erleichtern, einen Kredit zu bekommen. Auch hier gilt: Für den Antrag benötigen Sie einen Rentabilitätsplan sowie eine Liquiditätsaufstellung.

Sie Können ihre Finanzierungsanfrage direkt über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken stellen. Lohnenswerter für Sie und Ihr Unternehmen ist es in der Regel jedoch, wenn Sie sich zunächst bei der zuständigen Bürgschaftsbank informieren und im Anschluss mit diesen Informationen in das Gespräch mit Ihrer Hausbank gehen.

Hier erfahren Sie, welche Bürgschaftsbanken es in Ihrem Bundesland gibt: https://www.vdb-info.de/mitglieder.

 

Kurzarbeit

 

Als Unternehmer ist es wichtig in der Zeit der Corona-Krise aufgrund Ihres gesunkenen Umsatzes die Ausgaben Ihres Unternehmens zu reduzieren. Wenn Sie Arbeitnehmer beschäftigen, ist eines der wichtigsten Mittel dafür Kurzarbeit. Kurzarbeit ist eine Leistung der Arbeitslosenversicherung zum Erhalt von Arbeitsplätzen trotz Umsatzeinbußen. Zusätzliche Informationen zum Kurzarbeitergeld und zum Antrag für Kurzarbeit erhalten sie bei der Bundesagentur für Arbeit.

Durch Kurzarbeit passen Sie Ihre Personalkapazitäten und damit auch Ihre Personalkosten an den verringerten Bedarf durch die Corona-Krise an. Gleichzeitig zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie Niemanden entlassen wollen und das es perspektivistisch wieder aufwärts gehen soll.

Die Bundesregierung hat als Maßnahme in der Corona-Krise Verbesserungen des Kurzarbeitergeldes organisiert und den Zugang erleichtert. Sie können mit Ihrem Unternehmen nun bereits Kurzarbeit anmelden, wenn 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Bisher waren dazu 30 Prozent Ausfall nötig. Des Weiteren will die Bundesagentur für Arbeit die Sozialversicherungsbeiträge künftig vollständig erstatten.

Während Sie Kurzarbeit für Ihr Unternehmen einsetzen erhalten Ihre Arbeitnehmer rund 60 Prozent ihres ausgefallenen Nettolohns gezahlt; Arbeitnehmer mit Kindern erhalten etwa 67 Prozent.

Eine sehr gute Übersicht zum Kurzarbeit-Antrag und zur Auszahlung des Kurzarbeitergeldes bietet Ihnen die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Video “So beantragen Sie Kurzarbeitergeld.

 

Steuern

 

Ein weiterer wichtiger Hebel in der Reduktion der Ausgaben Ihres Unternehmens sind die Steuern. In der Krise heißt es, möglichst kein Geld aus der Hand geben. Bei Steuern bedeutet das: Vorauszahlungen senken, Stundung absehbarer oder bereits fälliger Steuern. Aktuell sind die Zinsen auf Steuerstundungen ausgesetzt. Stundungsanträge gelten sofort und verschaffen kurzfristig mehr Liquiditätsspielraum.

Weitere Informationen zu steuerlichen Maßnahmen gibt das Bundesfinanzministerium.

Die Steueraufschiebung (Steuerstundung) ist eine erprobte Option – zu diesem Thema verfasse ich in den kommenden Tagen einen extra Blog-Artikel für Sie, der sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt.

Anträge zur Stundung Ihrer Steuern können Sie hier stellen.

 

 

Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz

 

Einen Sonderfall von nicht-zurückzuzahlender Hilfe bietet der Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz. Können Sie aufgrund von Quarantäne nicht arbeiten, dann steht Ihnen für den Verdienstausfall nach dieser Regelung eine Entschädigung zu. Spätestens drei Monate nach dem Ende der Quarantäne-Maßnahme müssen Sie dazu einen Antrag bei der zuständigen Behörde Ihres Bundeslandes stellen.

Unter Umständen erhalten Selbstständige durch diese Regelung indirekt Zugang zu Krankengeld, falls sie länger krank sein sollten.

 

Bankinstitute

 

KfW

 

Die staatliche Förderbank KfW hat angesichts der Corona-Krise das Sonderprogramm 2020 ins Leben gerufen, dessen Mittel grundsätzlich unbegrenzt sein sollten. Unternehmen, die aufgrund der Krise vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind, erhalten so finanzielle Unterstützung. Im Rahmen dieses Programms können sowohl Ihre Betriebsmittel als auch Ihre Investitionen finanziert werden. Anträge stellen Sie bei Ihrer Hausbank. Die Auszahlung soll schnellstmöglich erfolgen.

Eine sehr gute allgemeine Übersicht und weiterführende Links zu den Merkblättern einzelner Programme finden Sie auf der Seite zu Hilfsprogrammen vom Bundesfinanzministerium. Welches Programm für Sie infrage kommt, können Sie ebenfalls diesem Schaubild des Bundesfinanzministeriums entnehmen.

Weitere wichtige Informationen erhalten Sie auf der Übersichtsseite der KfW zu den Corona-Hilfen.

 

Landeseigene Förderbanken

 

Auch diese Banken passen ihre bestehenden Programme an die Herausforderungen der Corona-Krise an und legen zum Teil Sonderprogramme explizit aufgrund der Corona-Krise auf. Einen vereinfachten Zugang zu den landeseigenen Förderbanken finden Sie hier: https://www.investitionsbank.info

 

Zusammenfassung

 

Wie Sie sehen gibt es viele verschiedene Hilfsangebote um Ihre finanzielle Situation – und die Ihres Unternehmens – zu verbessern.

Die schnellste Möglichkeit um Ihre Liquidität zu sichern bietet die Steuerstundung (auf dieses Thema gehen ich noch genauer in meinem nächsten Blog-Artikel für Sie ein). Beachten Sie, dass diese nur aufgeschoben aber nicht aufgehoben sind. Allerdings sind Zinsen auf die Steuerstundung aktuell ausgesetzt.

Des Weiteren lohnt sich der Antrag auf Zuschüsse ebenso wie der Vergleich von Kreditprogrammen der Bankinstitute. Auch der Kontakt zur Ihrer Krankenkasse kann sich lohnen – allerdings ist zum Beispiel das Kontingent des Sofortprogramms zur Unterstützung freischaffender Künstlerinnen und Künstler durch die Künstlersozialkasse aufgrund der “starken Überbuchung des Programms” bereits ausgeschöpft.

Wenn Sie darüber hinaus die Unterstützung durch einen erfahrenen Unternehmensberater benötigen: Ich stehe Ihnen jederzeit für ein kostenloses Beratungsgespräch zur Verfügung.

 

Melden Sie sich bei mir!

Mail: wentscher@digital-steuern.net

Telefon: 0176 70799442

 

Bleiben Sie gesund.

Eine schöne Restwoche wünscht Ihnen

 

Ihr Daniel Wentscher

 

 

 

 

Kontakt

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