Der Digital-Steuern Blog

Influencer – und Steuern?

Mai 29, 2020

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In diesem Blogartikel gehe ich für Sie auf das Thema Steuern für Influencer ein: Wann müssen Sie als Influencer Steuern zahlen? Und welche Steuern müssen Sie zahlen? Welche Pflichten ergeben sich daraus für Sie als Influencer? Wie sieht es mit Steuern und Gratisprodukten oder Geschenken aus?

All diese Fragen beantworte ich Ihnen in diesem Blogartikel und erkläre Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen.

 

Das Steuerrecht

Das Steuerrecht ist komplex – insbesondere in Deutschland. Für die Meisten ist es aus diesem Grund ein unbeliebtes Thema, welches gerne ignoriert wird. Ein fataler Fehler, der Sie teuer zu stehen kommen kann.

Gerade neuartige Verdienstmöglichkeiten der digitalen Zeit, wie z.B. die Arbeit als Influencer, werden dabei besonders gerne vernachlässigt. Dabei gilt auch für Influencer in der Regel die Steuerpflicht.

 

 

Welche Steuern muss ich als Influencer zahlen?

Wann Sie welche Steuern zahlen müssen ist in den jeweiligen Einzelsteuergesetzen geregelt. Die drei wichtigsten Steuerarten sind für Sie in diesem Fall die Einkommensteuer, die Gewerbesteuer, und die Umsatzsteuer. Jede dieser Steuerarten hat ein eigenes Steuergesetz – Einkommensteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, und Umsatzsteuergesetz – die noch dazu recht unterschiedlich sind, woraus sich sehr verschiedene Steuerpflichten und Rechtsfolgen für Sie ergeben. Aus diesem Grund werde ich jede dieser drei Steuerarten für Sie getrennt veranschaulichen.

 

Wann muss ich Einkommensteuer zahlen?

Das Finanzamt beurteilt Ihre Einkommensteuerpflicht danach, ob Sie Ihre Tätigkeit selbstständig (nicht als Arbeitnehmer), wiederholt und mit einer Gewinnerzielungsabsicht ausführen – das Finanzamt geht demnach davon aus, dass Sie Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb erzielen. Wenn Sie als Influencer Einnahmen erzielen, sollten Sie demnach ein entsprechendes Gewerbe anmelden. Tuen Sie das nicht und werden „erwischt“ blüht Ihnen nach § 146 GeWo ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro, sowie die eventuelle Nachzahlung diverser Steuern, wenn Sie steuerpflicht sind. Für die Burteilung durch das Finanzamt, ob Sie ein Gewerbe anmelden müssen, reicht diesem Ihre Absicht, durch Ihre Tätigkeit als Influencer Einnahmen zu erwirtschaften, die höher sind als Ihre Ausgaben – die Gewinnerzielungsabsicht.

Allerdings gilt auch für Sie als Influencer natürlich der jährliche Grundfreibetrag. Dieser liegt im aktuellen Kalenderjahr 2020 bei 9.408 Euro. Dieser steigt von Jahr zu Jahr graduell an – im vorangegangenen Kalenderjahr 2019 lag er noch bei lediglich 9.168 Euro. Erst wenn Ihr gesamtes Einkommen diesen Freibetrag übersteigt, sind Sie einkommensteuerpflichtig.

Beachten Sie: Auch Werbegeschenke sind Einnahmen – zum Beispiel Waren, Dienstleistungen etc.

Es gibt jedoch einen Sonderfall: Treten Sie nur in Einzelfällen als Influencer auf, dann ist Ihr Einkommen durch diese Tätigkeit bereits ab einem Wert von insgesamt 256 Euro im Jahr bereits steuerpflichtig.

Sie können mit Ausnahme des Sonderfalls also recht unkompliziert überprüfen, ob Sie einkommensteuerpflichtig sind:

 

Übersteigt Ihr Gewinn im Kalenderjahr den Grundfreibetrag?

  • Nein: Es fällt grundsätzlich keine Einkommensteuer für Sie an.
  • Ja: Sie sind dem Grunde nach einkommensteuerpflichtig – allerdings heißt dies nicht, dass Sie tatsächlich Einkommensteuer zahlen müssen. Allerdings ergibt sich für Sie automatisch die Pflicht zu einer Einkommensteuererklärung.

 

Dafür müssen Sie – neben Ihrer weiter oben bereits erwähnten Gewerbeanmeldung – auch den Fragebogen zur Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit an Ihr Finanzamt übermitteln, sowie Aufzeichnungen über Ihre Einnahmen und Ausgaben führen. Diese Angaben brauchen Sie für Ihre verpflichtende Abgabe einer elektronischen Einkommensteuererklärung. Dafür müssen Sie den Gewinn aus Ihren gesamten Einkünften dem Finanzamt gegenüber erklären. Neben den bereits erwähnten Werbegeschenken sind auch Ihre Einnahmen aus dem sogenannten Affiliate-Marketing nicht zu vergessen.

Ihren Gewinn errechnen Sie durch die sogenannte Einnahmenüberschussrechnung: Addieren Sie alle Ihre Einnahmen auf und subtrahieren dann Ihre abzugsfähigen Kosten. Übersteigt dieser Betrag den Grundfreibetrag, dann müssen Sie Einkommensteuer zahlen.

 

Wann muss ich Gewerbesteuer zahlen?

Als Influencer ist Ihre Tätigkeit grundsätzlich gewerbesteuerpflichtig. Hier ist die Berechnung jedoch weniger komplizert: Sobald Ihr Gewerbeertrag höher als 24.500 Euro im Jahr ist, dann müssen Sie Gewerbesteuer zahlen. Der Gewerbeertrag selbst ermittelt sich aus Ihrem Gewinn zuzüglich bestimmter Hinzurechnungen und abzüglich bestimmter Kürzungen.

 

Übersteigt Ihr Gewerbeertrag den Wert von 24.500 Euro im Jahr?

  • Nein: Sie müssen keine Gewerbesteuer zahlen.
  • Ja: Sie müssen Gewerbesteuer zahlen und Ihre Gewerbesteuererklärung bei Ihrem zuständigen Finanzamt abgeben.

 

Die Höhe der zu zahlenden Gewerbesteuer ist jedoch nicht überall gleich hoch – jede Gemeinde oder Stadt entscheidet selbst darüber, wie viel Gewerbesteuer zu zahlen ist (der sogenannte geltende Hebesatz).

Wenn Sie Gewerbesteuer zahlen, wird Ihnen diese jedoch wiederum im Rahmen Ihrer Einkommensteuerveranlagung angerechnet. So kann es trotz Gewerbesteuerpflicht passieren, dass Sie unter bestimmten Vorausetzungen dennoch nicht wirtschaftlich belastet werden.

 

Wann muss ich Umsatzsteuer zahlen?

Unternehmer sind Umsatzsteuerpflichtig. Als Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes gilt jeder, der selbstständig und nachhaltig (Wiederholungsabsicht) Einnahmen erzielt – also in der Regel auch Sie als Influencer. Im Fall der Umsatzsteuer spielt die Gewinnerzielungsabsicht, anders als bei der Einkommensteuer, keine Rolle. Deshalb müssen Sie als umsatzsteuerlicher Unternehmer in jedem Fall eine Umsatzsteuererklärung bei Ihrem zuständigen Finanzamt abgeben.

Es gibt jedoch die sogenannte Kleinunternehmerregelung als Sonderfall: Liegen Ihre Umsätze zuzüglich der darauf anfallenden Steuern im vergangenen Kalenderjahr unter 22.000 Euro (Bis 2019: Unter 17.500 Euro) und werden Ihre Umsätze im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen, so gibt es einige Vereinfachungen für Sie.

 

Liegen Ihre Umsätze unter den genannten Grenzen?

  • Ja: Sie können von den Vereinfachungen der Kleinunternehmerregelung profitieren – diese greifen bei der Rechnungserstellung und Sie müssen Ihre Umsätze nur einmal im Jahr erklären. Beachten Sie jedoch: Dadurch sind Sie nicht zum Ausweis von Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen und zum Vorsteuerabzug aus Rechnugen anderer Unternehmen berechtigt.
  • Nein: Sie sind umsatzsteuerpflichtig und müssen für Ihre Leistungen Rechnungen stellen, in denen die jeweilige Umsatzsteuer (entweder 19% oder 7%) ausgewiesen ist.

 

Es ergibt sich für Sie zusätzlich noch die Pflicht zur monatlichen oder in bestimmten Fällen vierteljährlichen Umsatzsteuer-Voranmeldung. Dafür errechnen Sie Ihre Steuerschuld – die Differenz aus eingenommener Umsatzsteuer und gezahlter Vorsteuer – und führen diese an Ihr zuständiges Finanzamt ab. Dies gilt auch, wenn Ihr Geschäftspartner die Rechnung für Sie gestellt hat und Sie eine „Gutschrift“ erhalten haben.

 

 

Wann muss ich Steuern für Gratisprodukte zahlen?

Als Influencer werden Sie sicher nicht immer mit Zahlungen vergütet – auch kostenlose Produkte, die kostenlose Übernachtung in einem Hotel, oder aber die Einladung zu kompletten Reisen zählen aus Sicht des Finanzamtes als Sachzuwendungen zu Ihren Einnahmen. Diese Sachzuwendungen sind einkommensteuerlich und umsatzsteuerlich zu versteuern. Hierbei können sich für Sie jedoch schnell Abweichungen ergeben: Sind die Sachzuwendugen von sehr geringem Wert oder müssen Sie Produkte nach Ihrem Test zurücksenden, so können sich für Sie beispielsweise Abweichungen ergeben.

In welcher Höhe die erhaltenen Sachzuwendungen zu versteuern sind, ergibt sich aus Ihrem üblichen Preis. Kompliziert wird es, wenn dieser nicht bekannt ist. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie alle erhaltenen Sachzuwendungen dokumentieren – denn kommen Sie Ihren steuerlichen Pflichten nicht nach, so riskieren Sie – neben der Nachzahlung von Steuernhohe Zinszahlungen, Geldstrafen oder in Extremfällen sogar eine Freiheitsstrafe.

 

Wie Sie sehen ist das deutsche Steuerrecht recht kompliziert. Es gibt einige Sonderfälle, die insbesondere von Laien schnell falsch beurteilt werden. Dies hat oft unangenehme Folgen – eine unerwartete hohe Nachzahlung leisten zu müssen ist für Niemanden ein Grund zur Freude. Außer vielleicht für das Finanzamt.

 

Eine professionelle Beratung hilft Ihnen, solche unerfreulichen Situationen zu vermeiden und kein Geld bei Ihrer Steuererklärung „zu verschenken“.

Ich stehe für Sie jederzeit gerne für ein kostenloses Erstgespräch zur Verfügung.

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Mail: wentscher@digital-steuern.net

Telefon: 0176 70799442

 

Wenn Sie aufgrund der Corona-Krise durch den Ausfall von Einnahmen belastet sind, finden Sie hier Informationen über Finanzielle Hilfesangebote und Steuerstundung und Arbeitslosengeld für Selbstständige.

 

Bleiben Sie gesund.

Ein schönes Wochenende wünscht

Ihr Daniel Wentscher

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